Prof. Dr. Scheibel, Miss Moneypenny und die liebreizende Greta zu Gast an der JGS

– Eröffnungsvortrag der MINT-Vortragsreihe „Wissenschaft trifft Schule“ –

Als Gastreferent für den Auftakt der diesjährigen MINT-Vortragsreihe „Wissenschaft trifft Schule“ reiste Prof. Dr. Thomas Scheibel – Lehrstuhl für Biotechnologie – von der Universität Bayreuth an. Im Gepäck: Miss Moneypenny und die liebreizende Greta, die schon beim Betreten der Aula für vielerlei Aufregung sorgten. Während die einen entzückt auf die zwei weiblichen Gäste blickten, löste ihr Anblick bei den anderen ein leichtes Unwohlsein – ja sogar in manchen Fällen Angst – aus. Denn der Anblick von echten, lebenden Spinnen – insbesondere der Tarantel Miss Moneypenny – war dann doch für die Besucher des Vortrages „Quo vadis Spider – Was man von Spinnen lernen kann“ unerwartet.

Bevor jedoch Prof. Dr. Scheibel den Besuchern die Angst vor seinen weiblichen Begleitungen nehmen konnte, galt es zunächst den Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe Anerkennung zu zollen, die erfolgreich an der Biologie-, Chemie- und Physikolympiade (internationale Wettbewerbe) teilgenommen haben. Herr Heinzerling, der als Oberstufenleiter und Chemie- und Physiklehrer die Ehrungen vornahm, überreichte den Olympioniken als fächerverbindendes naturwissenschaftliches Symbol einen Apfel und – man sah den Schülerinnen und Schülern ihre Erleichterung an – einen Buchgutschein für ihre erbrachten Leistungen. Der „Apfel der Weisheit“ war jedoch für eine Jungforscherin aus Jahrgang 7 bestimmt, die mit ihrer Entwicklung eines kompakten, leichten Getränkeautomats den zweiten Platz beim „Jugend forscht Regionalwettbewerb Hessen Nord“ belegte: Sargun Bath.

(auf dem Foto von links nach rechts: Joel Herrmann, Sargun Bath, Liv Asther, Evelyn Rain, Alina Münscher, Rosa Högl, Manuel Khazarian, Marc Heinzerling, Melissa Bilgic, Samuel Steiner, Elena Zell, Michelle Fidorra, Marvin Reif)

Nun endlich galt die volle Aufmerksamkeit des Publikums Prof. Dr. Scheibel, der einen interessanten Einblick in sein aktulles Forschungsgebiet bot: die gentechnische Herstellung von Spinnenseite. Als einzigem Wissenschaftler weltweit ist es ihm und seinem Team gelungen, das entsprechende Spinnengen zu isolieren, in Bakterien zu integrieren und so Spinnenseide gentechnisch im großen Stil zu einem erschwinglichen Preis herzustellen. Anschaulich und verständlich erklärte er hierbei gentechnische Verfahren sowie die Probleme, die es  hierbei zu überwinden galt und die viele Wissenschaftler vor ihm zum Aufgeben bewegten.

„Doch wozu der ganze Aufwand?“, fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. „Ist doch nur Spinnenseite“. Auch darauf hatte Prof. Dr. Scheibel eine imponierende Antwort. Denn die Eigenschaften von Spinnenseite sind vielfältig und überraschend. So kann Spinnenseide fester als Stahl und dehnbarer als Gummi sein. Zudem ist Spinnenseite vollständig recycelbar, leicht, antibakteriell und wasserfest. Und genau diese Eigenschaften eröffnen manigfaltige Einsatzmöglichkeiten: sei es in der Kosmetikindustrie, in der Textilanwendung oder in der Medizin.

So werden die künstlichen Seidenproteine Kosmetika und Haarfärbemitteln zugesetzt, um die Strahlkraft des Teints bzw. der Haare zu erhöhen. Prof. Dr. Scheibel selbst gründete vor einigen Jahren die Firma AMSilk, die zusammen mit Adidas einen Laufschuh entwickelte, der nun auf dem Markt ist. Bei gleicher Festigkeit ist dieser Laufschuh leichter als die üblichen Modelle, geruchsneutral und recyclebar. Eine weitere Idee von Prof. Dr. Scheibel: künstliche Spinnenseide als Hülle für Silikon-Brustimplantate. In Experimenten und klinischen Studien hat sich diese nämlich als durchaus körperverträglich erwiesen. Dadurch soll sie Abstoßungsreaktionen abgemildert werden, wie sie bei Silikonimplantaten immer wieder mal auftreten können.

Im Anschluss an die gewährten Einblicke in seine Arbeit lud Prof. Dr. Scheibel das Publikum ein, mit seiner liebreizenden Begleitung Greta – einer im Vergleich zu Miss Moneypenny eher harmlos aussehenden Räderspinne – auf Tuchfühlung zu gehen. Ein Angebot, dass sich viele nach dem faszinierenden Vortrag nicht entgingen ließen.

An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei Prof. Dr. Scheibel für einen wirklich interessanten und abwechslungsreichen Abend bedanken.

Unser Dank gilt auch dem Ehemaligen Verein der JGS, der durch seine finanzielle Unterstützung die diesjährige MINT-Vortragsreihe „Wissenschaft trifft Schule“ erst ermöglicht.

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