Theaterabend der JGS Theater-AG: „Der psychologische Kongress“

Wenn ein psychologischer Kongress zum Thema „Verrücktheit und Gefühle“ tagt, ahnt man schon, dass das Ganze in einem heillosen Chaos enden wird. Es fängt schon damit an, dass einer der Referenten, Professor Dr. Jens-Uwe Moelmsen, seines Zeichens Entwicklungspsychologe und Erziehungswissenschaftler, es gar nicht erst schafft, in dem beschaulichen Rotenburg – erstmalig Tagungsort der Psychologen – einzutreffen. So ist es allein Prof. Dr. Annemarie Roeder-Schrievenbroich (Vanessa Penner) als weiterer Referentin des Abends vergönnt, die Thematik auf einer wissenschaftlich anspruchsvollen Ebene zu entfalten. Dies wird allerdings vom völlig durchgeknallten Engländer Edward Pilk (Samuel Zerai) konterkariert, der geladen war, um der rationalen Argumentation der unterkühlten Harvard Professorin seine eher unkonventionelle Sicht des Themas gegenüberzustellen. Seine geradezu animalische Unberechenbarkeit sollte allerdings den vorgesehenen Ablauf der Veranstaltung sprengen. Dabei war doch alles so perfekt geplant! Die Moderatorin (Cosima Eisel) gibt sich jedenfalls größte Mühe, auf charmante Weise das geladene Fachpublikum durch die Podiumsdiskussion zu führen. Für den ausgefallenen Moelmsen findet sie im Publikum schnell Ersatz, da sich eine Psychologin (Rebecka Unrau) nur allzu gerne an der Seite von Röeder-Schrievenbroich auf dem Podium sieht. Ein Schauspielensemble ist eigens für den Kongress engagiert worden, um die Thesen der Referenten durch kleine Spielszenen zu veranschaulichen.  Denn wie könnte die Irrationalität des Alltags besser vor Augen geführt werden als durch professionelle Schauspieler, die sogar die miteinander im Widerstreit liegenden Gefühle eines Menschen mimen können? Als Auftakt soll ein lustiges Quiz die Tagungsgäste in lockerer Weise auf die Thematik hinführen. Auch hier sind die Schauspieler ganz in ihrem Element, wenn sie die unterschiedlichsten Redewendungen für das Verrücktsein vorspielen, welche die freiwilligen Saalkandidaten erraten müssen. Wie man sieht, bewegt sich der Rotenburger Kongress so auf höchstem Niveau experimenteller Wissenschaft, zumindest, was die Planung der Veranstaltung anbelangt. Aber auch Psychologen sind nur Menschen mit Gefühlen ....

Weitere Tagungen des Kongresses finden am Freitag, 22. Februar sowie am Samstag, 2. März jeweils um 19:30 Uhr in der Aula der Jakob-Grimm-Schule statt. Die Veranstaltungen sind für Psychologen von der Psychotherapeutenkammer Waldhessen als Fortbildung akkreditiert. Bitte nicht vergessen, hierfür die Diplome bei der Anmeldung im Foyer unaufgefordert vorzulegen.

Ausdrücklich sind aber auch interessierte Laien ganz herzlich zu den Vorträgen eingeladen!

Das turbulente Stück wurde von den Mitgliedern der Theater-AG selbst konzipiert und unter Leitung von Luisa Kusber, Claudia Pfeifer-Meyer und Christoph Meyer innerhalb eines Schulhalbjahres in Szene gesetzt. Für diese beachtliche Leistung und den kurzweiligen Abend ist allen beteiligten Schauspielerinnen und Schauspielern zu danken!

Fotos und Bericht: Rainer Lehn

 

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