Von der Lederpille zum Hightech-Ball – Auftakt der diesjährigen ProNAWI-Vortragsreihe am 01.02.2018

Wenn früher ein Fußballreporter das Spielgeschehen mit dem Satz „…und er trifft mit dem Leder nur das Holz!“ kommentierte, müsste heute die inhaltlich gleiche Aussage heißen: „…und er trifft mit dem Kunststoff nur das Alu!“. Mal ganz abgesehen davon, dass letztere Aussage zwar werkstofflich betrachtet richtig wäre, aber völlig poesiebefreit klingt, bleibt die Frage, warum und wie sich das frühere Statussymbol fußballbegeisterter Jungs – die „Lederpille“ – im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat; und zwar zu einem „Hightech-Produkt“ aus Hochleistungskunststoffen mit Entwicklungszeiten von drei Jahren und mehr.

An Hightech-Entwicklungen sind wir ja eigentlich von  „A - Z“ - vom Auto bis zum Zug - gewöhnt. Hightech-Werkstoffe erfüllen die Anforderungen, die wir heute an Produkte stellen. Gewichtsreduzierung, Funktionalitätssteigerung, Sicherheitserhöhung, Miniaturisierung, Designoptimierung etc. gehören zu unserem steigenden Anforderungsportfolio, das der Hersteller zu erfüllen hat, wenn wir sein Produkt kaufen sollen.

Aber Fußbälle? Das auf den ersten Blick Erstaunliche ist, dass deren Entwicklung eine direkte Parallele zur allgemeinen Industrie zeigt. So ist die Frage nach dem „warum“ auch Fußbälle weiterentwickelt werden müssen durch unsere Anforderungen an ein Fußballspiel mit seiner steigenden Dynamik, seiner erhöhten Athletik und Schnelligkeit, seinem zunehmenden Direktspiel über viele Stationen, seiner optimierten Pass- und Schussgenauigkeit u.v.m. zu beantworten. Für die Frage „wie“ die genannten Anforderungen jedoch erfüllt werden können, reichen heutzutage Talent und Ausbildung der Spieler/innen allein nicht aus. Auch das „Spielgerät“ – der Ball also – muss „mitspielen“ und dafür kontinuierlich weiterentwickelt und den steigenden Anforderungen angepasst werden. Und dieses geschieht auch hier – genau wie in allen anderen Bereichen der Industrie – über neue Werkstoffe und neue Bauweisen.

Vor diesem Hintergrund stellt der Vortrag die Geschichte der WM-Bälle dar und umrahmt das Thema mit Geschicht(ch)en von der ersten Weltmeisterschaft 1930 bis zur WM 2018 mit der zur WM 2014 erstmals eingesetzten Torlinientechnik “GoalControl“. Übrigens, auch diese ist der Erfüllung steigender Ansprüche geschuldet....

Der Eintritt ist dank der Unterstützung der EAM – EnergieNetz Mitte wie immer frei!

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